Baustelle Saalstraße

Die Baumaßnahme

In der Saalstraße werden zwischen Niemöllerplatz und Klosterstraße mithilfe von Fördermitteln seit März 2017 Hochwasserschäden beseitigt. Es handelt sich um eine gemeinschaftliche Baumaßnahme folgender Akteure:

  • Abwasserbeseitigung Weißenfels AöR: Erneuerung Mischwasserkanäle
  • Stadtwerke Weißenfels: Erneuerung Trinkwasser-, Gas- und Stromleitungen
  • Telekom: Erneuerung Versorgerkabel
  • Stadt Weißenfels: Neubau Regenwasserkanal von der Jüdenstraße (Abzweig Friedrichsstraße) bis zur Saalstraße (Abzweig Große Kalandstraße), Erneuerung Straßenbeleuchtung, Gehwege und Fahrbahn

Die Saalstraße hat sich als kritischer Punkt im derzeitigen Baustellen-Szenario in der Weißenfelser Innenstadt herausgestellt, da sowohl Autofahrer als auch Fußgänger mit erheblichen Umleitungen zurechtkommen müssen. Menschen mit Behinderung, ältere Menschen und Familien mit Kinderwagen finden im Umfeld der Baustelle extrem erschwerte Bedingungen vor.

Bisheriger Baufortschritt

Die Abwasserbeseitigung Weißenfels AöR und die Stadtwerke Weißenfels haben in den vergangenen Monaten in der Saalstraße einen neuen Mischwasserkanal und eine neue Trinkwasserleitung verlegt. Diese beiden wichtigen Teilleistungen von der Großen Kalandstraße bis zur Klosterstraße sind nun abgeschlossen. Damit ist der schwierigste Teil der Baumaßnahme geschafft, schließlich wurden die Tiefbauarbeiten von zahlreichen „Überraschungen“ begleitet. So hatte sich trotz vorheriger Suchschachtungen  während des Baus herausgestellt, dass die Leitungen nicht so verlegt waren, wie in den Plänen eingetragen. Zudem lagen viele der alten Gas- und Trinkwasserleitungen zu flach unter der Erdoberfläche. Die marode Trinkwasserleitung platzte deshalb mehrfach, was zu Überflutungen der Baugrube führte.

Des Weiteren mussten, bedingt durch wiederholten Starkregen, Teile des unterspülten und verschmutzten Mischwasserkanals wieder aufgenommen, gesäubert und auf der wiederhergestellten Rohrsohle neu verlegt werden. Die alte Trinkwasserleitung musste vorfristig außer Betrieb genommen werden. Deshalb wurde auf der ganzen Strecke eine Interimsleitung errichtet. Diese Unwägbarkeiten brachten Verzögerungen im Ablaufplan mit sich. Während der gesamten Maßnahme mussten die Anlieger trotz der Zwischenfälle jederzeit bei laufendem Betrieb ver- und entsorgt werden – eine organisatorische Herausforderung für die Bauarbeiter.

Im Juni hat zudem die Stadt Weißenfels einen neuen Regenwasserkanal von der Jüdenstraße (Abzweig Friedrichsstraße) bis zur Saalstraße (Abzweig Große Kalandstraße) verlegt.

Da die Einkaufspassage in der Jüdenstraße aufgrund der Bauarbeiten in der Saalstraße weiterhin eine Sackgasse ist und sich dies auch in den kommenden Wochen nicht ändern wird, hat die Stadt Weißenfels auf der Umleitungsstrecke an der Ecke Klosterstraße/Saalstraße zwei Zebrastreifen eingerichtet. So können Fußgänger (und vor allem die Schüler des Goethegymnasiums) die Straßen sicher überqueren. Zudem wurden die Bordsteine mit Bitumkeilen versehen. Auch die Stufe am Übergang von der Jüdenstraße zur Geigerpassage erhielt einen solchen Keil, da die Passage von vielen Bürgern ebenfalls als Umleitungsstrecke genutzt wird. Auf diese Weise wird es Menschen mit Behinderung, älteren Menschen mit Rollator und Familien mit Kinderwagen erleichtert, sich in der Innenstadt fortzubewegen.

Aktuell laufende Baumaßnahmen

Nachdem die neuen Abwasserkanäle und Trinkwasserleitungen verlegt wurden, stehen nun die Umschlussarbeiten an. Das heißt, alle Hausanschlüsse müssen von den alten Versorgungssträngen abgeklemmt und an die neuen angeschlossen werden. Diese Maßnahme wird mindestens einen Monat dauern. Zuvor wird jedoch noch die Trinkwasserleitung mehrere Tage lang desinfiziert. Dafür kommen Chemikalien zum Einsatz.

In Voraussicht auf die künftige Nutzung der Alten Sparkasse durch das Jobcenter des Burgenland-kreises nutzen die Stadtwerke die Gelegenheit und verlegen zusätzlich in den nächsten Tagen den neuen Elektro-Hausanschluss. Dieser muss von der Trafostation in der Dammgasse an die zukünftigen neuen Gebäude in der Saalstraße herangeführt werden.

In Höhe des Klosters werden in den kommenden Wochen auch Archäologen tätig. Diese hatten bei ersten Grabungen Reste eines alten Straßenbelags und Hinweise auf alte Grundmauern des Klosters gefunden. Diese ersten Befunde sollen nun genauer untersucht werden.

Weitere Planung

Für die neuen Gehwege ist der vorhandene nicht tragfähige Boden auszutauschen. Hier befinden sich die meisten Stromleitungen und Telekomkabel. Schon während der jetzigen Maßnahmen wurde festgestellt, dass einige dieser Leitungen zu flach unter der Erdoberfläche liegen. Diese müssen vor dem neuen Gehwegaufbau tiefer gelegt beziehungsweise umverlegt werden. Der exakte Arbeitsumfang ist zum jetzigen Zeitpunkt jedoch noch nicht bekannt, da einige Gehwege noch in Benutzung sind.

Die Stadt Weißenfels wird abschließend die Oberflächen der Gehwege, die Fahrbahn sowie Stellflächen am Fahrbahnrand errichten. Für die Gehwege wird Kleinsteinpflaster aus Granit, für die Parkflächen Großpflaster desselben Materials verlegt. Die Fahrbahn erhält eine Asphaltdecke.

Eine neue Straßenbeleuchtung wird ebenfalls aufgestellt.

Bei diesen Arbeiten soll ein erster Bauabschnitt in der Saalstraße im Bereich zwischen Niemöllerplatz und Jüdenstraße voraussichtlich bis zum 6. November 2017 fertiggestellt werden. Die Große Kalandstraße kann für den Verkehr freigegeben werden. Der Abschnitt zwischen Großer Kalandstraße und Jüdenstraße wird für Autofahrer jedoch noch nicht freigegeben, da die Arbeiten an dem Wohn- und Geschäftshaus an der Ecke Saalstraße/Jüdenstraße fortgesetzt werden. Vor Ort wird bis März 2018 mithilfe eines Krans gearbeitet.

Der zweite Bauabschnitt in der Saalstraße befindet sich zwischen der Jüdenstraße und der Klosterstraße. Die Fertigstellung ist bis 27. Februar 2018 geplant. Als letzter Abschnitt wird dann die Jüdenstraße im Bereich zwischen Saalstraße und Friedrichsstraße fertiggestellt (voraussichtlich bis 7. Juni 2018).

WICHTIG: Das Betreten der Baustelle ist verboten! Zur eigenen Sicherheit müssen Fußgänger die Umleitungswege nutzen. Bei Verletzungen gibt es keinen Versicherungsschutz.

Warum wird im Stadtzentrum an vielen Stellen zur selben Zeit gebaut?

Im Jahr 2017 gibt es im Stadtzentrum von Weißenfels drei große Baustellen: der Marktplatz, die Saalstraße und die Zeitzer Straße. Äußere Umstände machen es notwendig, dass parallel gebaut werden muss. So ist der aktuelle Abschnitt der Saalstraße eine Maßnahme im Rahmen der Hochwasserschadensbeseitigung. Die Stadt Weißenfels und die anderen beteiligten Baupartner erhalten hierfür Fördermittel vom Land Sachsen-Anhalt. Der Schaden wird auf Antrag zu 100 Prozent ersetzt. Der aktuelle Abschnitt Saalstraße ist nur eine Maßnahme in dem umfangreichen Programm zur Hochwasserschadensbeseitigung in der Weißenfelser Innenstadt. Das heißt: Bis 2020 müssen unter anderem zahlreiche andere Straßen saniert werden. Hierbei handelt es sich im Wesentlichen um umfangreiche Hochwasserschäden im Abwassernetz der Stadt Weißenfels. In den Jahren 2017 und 2018 werden beispielsweise in diesem Zusammenhang Teile der Klosterstraße, der Saalstraße (Abschnitt Klosterstraße bis Nikolaistraße), die Straße Am Kloster, Teile des Rosalskywegs, Zimmerstraße, Schulstraße, Hirsemannstraße und Große Deichstraße saniert. Die Stadt Weißenfels wird in diesem Zusammenhang mit eigenen Fördermitteln des Städtebaus Gehwege und Straßen mitsanieren. Aufgrund dieser Vielzahl an Hochwasserschäden ist die Taktung der Baumaßnahmen sehr eng. Die Stadt Weißenfels und die anderen Bauträger haben trotz dieser Belastung das Ziel, die zur Verfügung stehenden Fördermittel zu nutzen, da sie zu einem späteren Zeitpunkt selbst die Kosten für die Beseitigung der Hochwasserschäden zahlen müssten. Angesichts der mittelfristigen Haushaltslage wäre das nicht möglich.

Der Marktplatz wird mithilfe von Fördermitteln von Bund und Land aus dem städtebaulichen Denkmalschutz saniert. Laut Fördermittelbescheid, den die Stadt Weißenfels beantragt hat, ist ein zeitlicher Rahmen der Sanierungsmaßnahme vorgeschrieben. Die Stadt Weißenfels muss deshalb im Zeitraum von 2016 bis Ende 2018 die Fördermittel für das Projekt Markt/Marienkirche verbauen. Dass die Sanierung des Weißenfelser Marktes (inkl. Areal um die Marienkirche) zu den geförderten Projekten des städtebaulichen Denkmalschutzes gehört, ist ein Glücksfall. Schließlich gehört die Maßnahme seit vielen Jahren zu einem der wichtigsten städtebaulichen Ziele, welches aufgrund der finanziellen Unterstützung nun realisiert werden kann.

Die Baumaßnahme Zeitzer Straße (Abschnitt Zufahrt Schloss bis Kreuzung Selauer Straße) ist ein Gemeinschaftsprojekt der Abwasserbeseitigung Weißenfels AöR, der Weißenfelser Stadtwerke und der Stadt Weißenfels. Ab 2018 folgen die Abschnitte Zufahrt Schloss über Hohe Straße bis Klingenplatz sowie Zeitzer Straße von der Kreuzung Selauer Straße bis zur Sachsen-Anhalt-Kaserne. Diese Maßnahme ist Bestandteil des Generalentwässerungsplanes der Stadt Weißenfels; insbesondere zur Sicherung des Standortes der Bundeswehr. In der Zeitzer Straße gab es einen Querschnittsengpass im Kanalnetz. Der Rückstau im Kanalnetz aufgrund dieser bisherigen Querschnittsengpässe war zeitweise so groß, dass bei starkem Regen Schmutzwasser am Kanaldeckel austrat. Deshalb war ein sofortiges Handeln notwendig. Vor Ort werden jetzt Mischwasserkanäle mit größerem Querschnitt verlegt.

Die Stadt Weißenfels hat gemeinsam mit ihren Partnern vereinbart, alle anstehenden Baumaßnahmen als Gemeinschaftsmaßnahmen mit der Abwasserbeseitigung Weißenfels AöR, den Stadtwerken Weißenfels und anderen Partnern durchzuführen. Auf diese Weise werden bauliche Maßnahmen in „einem Ruck“ durchgeführt, sodass das sanierte Areal danach nicht so schnell wieder zur Baustelle wird. Dadurch wird die Belastung für die Bürgerinnen und Bürger möglichst gering gehalten.